Buchcover des Schulhausromans "der Fluch der Delaneys"

Der Fluch der Delaneys

 

Autorinnen & Autoren: Schülerinnen und Schüler der Sekundarschule, Klasse B3D, Rümlang-Oberglatt, Schweiz.

 

Lehrerin: Aylin Schneider

 

Schreibcoach: Suzanne Zahnd

 

Schulhausroman Nr. 121

 

ISBN: 978-3-905976-89-2

 

Die 15-jährige Daniela und ihr kleiner Bruder John leben mit ihren Eltern glücklich und zufrieden in einem großen Haus in Rümlang. Bis zum Tag der Katastrophe: Ihre Eltern sterben bei einem Autounfall. Das Leben der beiden Geschwister wird von einem Tag auf den anderen auf den Kopf gestellt. Während Daniela in ihrem neuen Leben Freunde und Unterstützung findet, kapselt sich John immer mehr ab. Und eines Tages ist er verschwunden … 


Inhaltsauszug aus dem Schulhausroman "der Fluch der Delaneys"

Das Haus, in dem Daniela Delaney und ihre Familie wohnte, war sehr groß. Die Familie war reich. Es war eben erst fertig gebaut worden. Außen war alles weiß, im Innern hatte es eine spezielle Deko, eher altmodisch. Es hatte fünf Schlafzimmer und drei WCs und im ersten Stock draußen gab es einen Pool.

 

Daniela saß im Wohnzimmer und schaute Fernsehen. Ihr verschmuster Kater Macho saß auf ihrem Schoss und schnurrte. Sie streichelte sein schwazweißes Fell, und er genoss es. Ihre Eltern waren für zwei Tage weg. Sie machten einen Ausflug und sie genoss es, das Haus für sich alleine zu haben. Fast alleine ... .

 

Plötzlich hörte sie Geräusche aus dem oberen Stock. Als Daniela nachschauen ging, trottete Macho ihr hinterher in ihr Zimmer im zweiten Stock, und sie fanden John. Daniela hasste es, wenn ihr kleiner Bruder in ihr Zimmer ging!

 

Und natürlich hatte er wieder mal alles von ihr runtergeworfen. Das Zimmer war ein kompletter Saustall. Sogar ihr Bett war ganz zerwühlt. Es war das alte Bett von ihren Eltern. Auf einer Seite stand der Name von ihrer Mutter und auf der andern der von ihrem Vater: Rita und Robin. Ihr Bruder versuchte gerade, sich darunter zu verstecken aber Daniela packte ihn am Arm und zog ihn hervor.

 

Daniela:

Warum hast du das gemacht?

 

John:

Ich habe mein Spielzeug gesucht.

 

Daniela:

Das nervt mich, du darfst nicht ohne meine Erlaubnis in mein Zimmer!

 

John schaute zu Boden und fummelte an seinem riesigen Muttermal an seiner rechten Seite des Halses herum.

 

Daniela:

Du weißt doch, dass du nicht in mein Zimmer sollst!

 

John:

Ja. Es tut mir auch leid. Ich fühl mich nur so allein. Ich habe mein Skateboard in meinem Zimmer nicht gefunden, deswegen dachte ich, dass es vielleicht bei dir ist.

 

Seine Stimme war ganz hoch und zart geworden. Daniela dachte, wie soll ich ihm das nun übel nehmen .... , er hat mein Zimmer sicher nicht mit Absicht verwüstet.

 

Daniela:

Na gut, John, ist ja nicht so schlimm.

 

Johns Gesichtsausdruck veränderte sich und er schien wieder glücklich zu sein. Die beiden liefen ins Erdgeschoss zurück und suchten nach dem Skateboard.

 

Daniela;

Wo kann es denn bloß sein?

 

John:

Ich habe eine Idee! Das hatte ich komplett vergessen.

 

Er rannte die Treppe hoch zurück in sein Zimmer und rief mit stürmischer Stimme;

 

John:

Ha! Ich habs gewusst! Aber es fiel mir leider erst im Nachhinein ein. Ich konnte mich nicht erinnern, dass ich es dort hingelegt habe.

 

Das Skateboard war unter dem Bett versteckt, eine Wolldecke lag darauf. Daniela lachte.

 

Daniela:

So, und nun machen wir etwas Schönes zusammen.

 

Sie nahm John an der Hand und sie gingen zur Treppe. Da rannte John auf einmal los und schrie:

 

John:

Wer zuerst unten ist, darf sich ein Bonbon aus der Süßigkeiten-Kiste nehmen!

 

Daniela:

Na warte, ich werde dich überholen.

 

Und so rasten beide die Treppen hinunter in die große Küche.

 

John:

Yaayyy! Ich war zuerst hier!

 

John jubelte.

 

Daniela:

Na dann, lass uns jetzt Kekse machen, nach Mamas Rezept.

 

Beide stellten die Zutaten auf den Küchentisch und fingen an, den Teig vorzubereiten. Die Geschwister hatten sehr viel Spaß beim Backen. Sie waren am Kekse-Ausstechen, als es klingelte. Daniela dachte, es wären ihre Eltern und wunderte sich, warum sie nicht einfach hereinkamen. Auch wenn sie gerne alleine war, es war doch bequemer, wenn die Eltern hier waren und sich um John kümmerten. Da fiel ihr ein, dass sie vielleicht den Schlüssel hatte stecken lassen, und sie sprang auf und öffnete mit ihren Teig-Händen die Tür. Was sie sah, schockierte sie: Zwei Polizisten und eine Frau standen vor der Tür.

 

Polizist:

Guten Abend, Daniela Delayne?

 

Daniela:

Ja. Eeehm! Meine Eltern sind nicht zu Hause.

 

Polizist:

Das weiß ich.

 

Irgend etwas stimmte ganz und gar nicht. Danielas Herz pochte immer schneller. Sie wurde ganz nervös und ihre Hände waren plötzlich ganz verschwitzt.

 

Polizist:

Daniela. Es gab einen Unfall.

 

Daniela wurde schlecht. Das konnte nicht sein!

 

Polizist:

Deine Eltern sind ... . Sie sind umgekommen.

 

Daniela:

Umgekommen?

 

Polizist:

Sie sind tot.

 

Daniela:

Nein! Nein!!

 

Daniela fiel zu Boden und schrie ....!

 

 

* * * * *