Im Paradies ist die Hölle los

Sekundarschule Dielsdorf, 2. Sek. B2A, Schweiz

Lehrer; Stefan Beeler

Schreibcoach: Anita Siegfried

Bezugsquelle: www.jull.ch

ISBN: 3-905725-64-9

 

 

Von außen betrachtet: "Im Paradies ist die Hölle los"

 

"Es ist wieder einmal wie jeden Morgen",

   beginnt das 1. Kapitel und vermittelt eine langweilige Einleitung. Doch schon der zweite Satz rüttelt auf und weist darauf hin, dass da etwas ganz anderes auf uns Leser/innen zukommt.

"Im Schulzimmer herrscht das totale Chaos!"

   Wie denn?

"Der Lehrer ist noch nicht da, kommt wie meistens zu spät!"

   Wie, meistens? Was ist denn das für ein Sauladen?

"Mike dreht sich einen Joint, Isabel isst ihre dritte Donuts, Gabriella sitzt auf einem Schultisch und flirtet heftig mit Jimmy. Das gefällt ihm natürlich, obwohl er es lieber hätte, es wäre nicht Gabriella. Er beobachtet Monique, die sich gerade wieder einmal zurechtschminkt!"

   Meine Enkelin sagt gerade; "in so einem Internat möchte ich auch lernen!"

"Su-Su ist am Lernen, und zwar für eine Prüfung, die erst in einem Monat stattfinden wird. Aber sie ist nicht ganz bei der Sache, immer wieder schaut sie zu Jimmy rüber. Und unter einem Tisch liegt Bruce und schläft!"

   Wie, da ist sogar eine die lernen will? Die braucht doch einen Psychiater. Und einer der schläft? Lernen im Schlaf? Kommt mir irgendwie bekannt vor. Sehr vernünftig!

 

"Plötzlich geht die Tür auf und der Lehrer kommt herein, mit einer halben Stunde Verspätung, was bei ihm durchaus normal ist. Alle sausen auf ihre Plätze. Sorry, ich bin im Stau steckengeblieben!"

   Na endlich, halb so wild, stellt euch vor, er wäre in einen Stausee gefahren!

"Aber, ich habe eine gute Nachricht für euch, an dem Wissenstest, an dem die Klasse teilgenommen hat, habt ihr mit fünf Punkten Vorsprung gewonnen. Und wisst ihr was? Der erste Preis ist ein einwöchiger Aufenthalt in einem Club auf den Bahamas! In drei Wochen werden wir starten."

   Wow, mit dieser tollen Nachricht hätte er sich sogar den ganzen Tag frei nehmen können. Bei uns damals, wäre ein Fussmarsch bis in die Chutze-Höhle mit Cervelat brötle der 1. Preis gewesen!

"Jetzt geht ein Jubel los!"

   Wer könnte das nicht verstehen? Herzlichen Glückwunsch!

 

Liebe Leserinnen und Leser. Holen Sie sich dieses einmalige Jugend-Erlebnis ab und bewundern Sie das Gemeinschaftswerk dieser Schülerinnen und Schüler aus der Sekundarschule B2A aus Dielsdorf, Schweiz.

 

 

 

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Es ist ein Schultag wie alle anderen. Aber nur am Anfang, Denn schon in der Pause wird es hektisch: Eine Schülerin bekommt einen Asthmaanfall Außerdem ist ein Schriftsteller in der Klasse. Und ein schwarzer Umschlag kündigt Unheil an. Die Tür des Klassenzimmers wird aufgerissen. Das Licht geht aus. – Ein Alptraum beginnt.

Der schwarze Umschlag

 

Autor/innen: Schüler/innen der Sek. B2A, CH, Dielsdorf

Lehrerin: Ursula Furrer

Schreibcoach: Hansjörg Schertenleib

Einstieg gegen Ende des zweiten Kapitels .....,

 

Andi und Stefanie ziehen wie immer über jemanden her. Heute ist Merita das Opfer. " Häsch gseh was die a hät? Grüeni Hose! Und en rote Pulli. Oh Gott, gseht das schrecklich us."

   Fetije schaut Emin verwundert an, sie hat Schmetterlinge im Bauch. Ercan singt, Esteban tanzt wie verrückt. Emin und Antonio rennen in der Klasse herum. Der Hellraumprojektor fällt zu Boden und geht kaputt. All das passiert, während Frau Furrer und Herr Schertenleib im Kopierzimmer sind.

 

Frau Furrer sucht Kopierblätter. Auf einem Stapel findet sie einen schwarzen Umschlag. Es steht nichts drauf, und sie weiß nicht, ob sie ihn aufmachen soll. Aber schließlich reißt sie den Umschlag doch auf. Sie erstarrt, als sie sieht was drin ist ... .

 

Erschrocken schiebt sie den Brief in den Umschlag zurück und läuft mit Herr Schertenleib ins Schulzimmer hinüber; sie zittert; ihre Haare stehen zu Berg. Sie stottert, hat rote Augen und sieht aus, als stehe sie unter Drogen. Maria-Gracia fragt; "was händ Sie Frau Furrer?" Frau Furrer schweigt. In diesem Moment reißt jemand die Tür auf. Frau Furrer schreit, dann geht das Licht aus ...

 

Kosi, Sami und Lisa stehen laut lachend in der offenen Tür. Sie hatten sich unbemerkt von den andern auf die Toilette geschlichen, während Frau Furrer und Herr Schertenleib im Kopierraum waren. Und nun stehen sie also in der Tür und lachen sich halbtot über das erschrockene Gesicht von Frau Furrer, die gerade das Licht wieder angedreht hat: "Gahts eigentli no! Ois eso z'verschrecke! Ich ha scho tänkt, ihr heged öpis mit em schwarze Cuvert z'tue!"

 

Kosi, Sami und Lisa sehen sich betreten an. Sie machen die Tür hinter sich zu und setzen sich auf ihre Plätze. Keine Sekunde später fliegt die Tür erneut auf, sie knallt gegen die Wand, dann wird sie mit voller Wucht ins Schloss geworfen. Auch das Licht wird wieder ausgeschaltet. Drei schwarz vermummte Gestalten stürmen ins Zimmer.

 

"Hebed d'Frässi!", brüllt der Vorderste, der ein Gewehr vor der Brust trägt und in jeder Hand eine Pistole hält.

   "Genau, hebed d'Frässi!", wiederholt die Gestalt, die so dicht neben dem Anführer steht, als sei sie mit ihm verwachsen. Die Stimme verrät, dass es eine Frau ist.

 

Der Dritte der Bande tritt drei Schritte nach vorne und schaut Herr Schertenleib angriffslustig in die Augen.

 

Was für ein Krimi spitzt sich hier in diesem Klassenzimmer zu .....?

 

 

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