philosophisches

Was wäre die Literatur ohne Philosophen? Wie viele Denkanstöße würden uns fehlen? Das unbegrenzte, weite Spektrum, reicht von wagemutigen Gedankengängen, über fesselnde Interpretationen bis hin zur geistigen Umnachtung. Diese Rubrik möchten wir gerne mit Essays, Buchbesprechungen, philosophischen Zitaten und interessanten Beiträgen beleben.

Den Auftakt, in unserer spannenden Rubrik ›philosophisches‹, macht Herr Dr. Peter Vollbrecht. Gründer des 1997 eröffneten philosophischen Forums. Er empfiehlt sich als Reisephilosoph, Buchautor und imponiert durch eine weltoffene Toleranz, die er selbst so beschreibt: 

 

»Die Philosophie geht die langen Wege, und jeder, der Lust an der Vielfalt des Lebens hat, ist eingeladen, sie mitzugehen. Das philosophische Forum verfolgt dabei einen sehr weiten Begriff von Philosophie. In ihm hat vieles Platz, weil der menschliche Intellekt so vielstimmig ist!«

Geboren wurde ich 1953 in Berlin. Die Kindheit und Jugend verlebte ich in Norddeutschland.  Nach dem Abitur zog es mich - wohl einer romantischen Hermann-Hesse-Laune folgend - in eine süddeutsche Universitätsstadt. In Heidelberg studierte ich Philosophie, Germanistik und Geschichte.

 

Nach dem Studium trieb mich mein Welthunger aus der Enge meiner Bücherstube nach Südostasien und Mittelamerika, anschließend absolvierte ich mein Referendariat am Gymnasium und kehrte dann an die Universität zurück, wo ich mit einer Arbeit über Hegel und Celan promovierte. Aus dem akademischen Tiefschlaf weckte mich dann eine Stellenausschreibung für ein DAAD-Lektorat für deutsche Sprache und Kultur an der University of Delhi. Von 1988 bis 1993 lehrte und lebte ich nun Indien. Hier stürzte ich mich jeden Morgen mit meinem Jeep in das Verkehrsgewühl und kämpfte mich quer durch die Stadt zur Faculty of Arts, wo ich Literatur, Sprachwissenschaft und Philosophie unterrichtete. Sehr schnell lernte ich, dass in der dortigen akademischen Welt andere Interessen den Ton angeben. Wir diskutierten damals leidenschaftlich postmoderne Theorien, die wir als einen postkolonialen Diskurs lasen. Etwas wehmütig erinnere ich mich jener Zeit. Und dankbar bin ich meinen indischen Kollegen, Freunden und Bekannten für die vielen Anregungen. Sie haben mich etwas sehen lassen, sie haben mich beschenkt, sie haben mich bereichert.

Als ich dann 1993 nach Deutschland zurückkehrte, suchte ich zweieinhalb Jahre mit Lehraufträgen und Forschungsprojekten an den Universitäten Heidelberg und Bayreuth Fuß zu fassen. Schließlich besann ich mich auf einen alten Plan, der kontinuierlich herangereift war und gründete 1997 mein eigenes Institut. Endlich war ich frei und wirklich unabhängig, - damals wie heute noch ein berauschendes Gefühl. Der Anfang allerdings war äußerst schwierig und frustrierend, die ersten drei Jahre gehören zu den dunkelsten meiner Biographie. Der Erfolg stellte sich nach und nach ein mit der Idee des philosophischen Cafés. Das erste entstand 1997 in Stuttgart, dem dann schnell weitere folgten.

Aus den philosophischen Cafés sind dann einige Jahre später die philosophischen Reisen entstanden. Und damit habe ich das Produkt entworfen, das ich mit meiner Person voll und ganz ausfüllen kann. Denn ich bin selber sehr gern unterwegs. Mit dem freien Philosophieren an wunderschönen Plätzen habe ich mir meinen Lebenstraum verwirklicht. Das philosophische Forum ist heute eine kreative Spielwiese, auf der ich Ideen entwickle und realisiere. Aus einer Leidenschaft einen Beruf machen - kann es etwas Schöneres geben?

Ein herzlicher Dank geht an alle die, die meine Kurse und Seminare besuchen. Ohne Ihr andauerndes Interesse wäre das philosophische Forum nicht möglich geworden. Ihre Beiträge sind von großem Wert für mich, denn sie regen mich zu immer neuen Themen an. Dass ich selten genug in der Lage war und bin, persönlich auf Ihre Briefe und Mails zu antworten, sehen Sie mir bitte nach…

 

 

Peter Vollbrecht

 

Ich allein bin wirklich!

Die Philosophie und das launige Leben

Roman, 
auch als E-Book:

ISBN 973-3-86351-275-0

Bezugsquelle: amazon.de

 

Ein philosophischer Roman über den Eros des Denkens und das Begehren des Körpers, über den Charme der Provinz und die Mächtigkeit der Metropole.

 

Philosophisches Forum

Praxis für Kulturphilosophie

Dr. Peter Vollbrecht
Webergasse 2
D-73728 Esslingen
Tel.: +49 - (0)711 - 354899
mobil +49 - (0)170 - 4353794

www.philosophisches-forum.de
Vollbrecht@philosophisches-forum.de

Zum Inhalt des Buches

(Urheberrechte & Copyrights © by Dr. Peter Vollbrecht)

 

Sie stehen an der Schwelle zum Erwachsenenleben, dort, wo alles nach Aufbruch duftet, im letzten Schuljahr vor dem Abitur. Jannik und die Deutsch-Inderin Seema begeistern sich für die Philosophie, ihre Fragen, ihre Antworten – und sie interessieren sich auch füreinander. Allerdings in ungleichem Engagement und in verschiedenen Linien, sie hält ihn hin, er kompensiert im Reich der luftigen Gedanken. Schwer tut er sich, wenn er in Seemas größerer Welt bestehen möchte, in der zwei Kulturen aus und ein gehen.

Als die Herbstferien nahen, trennen sich ihre Wege. Seema begleitet ihre Mutter zu einem wissenschaftlichen Kongress ins ferne Delhi, Jannik besucht seinen Vater in Berlin. Dort soll er an einem journalistischen Projekt teilnehmen, das die Ost-West-Unterschiede im Gerechtigkeitsempfinden untersucht. In Berlin taucht Jannik in neue Welten ein und lebt dadurch auf. Das Möglichkeitsmeer der lebenshungrigen Metropole triumphiert nun über die klar nüchternen Linien der Philosophie. Befreit fährt er dem Wiedersehen mit Seema entgegen.  Doch das Leben folgt eigenen Rhythmen…

Es gibt Momente, in denen das Leben plötzlich an Flughöhe gewinnt. Alles drängt dann auf uns ein und bringt eine gärende Unordnung in unseren Seelenhaushalt. Oder, in anderer Richtung, alles scheint sich mühelos zu fügen und nimmt uns mit sich fort. In solchen Momenten kann es uns vorkommen, als wären wir Wörter in einem Text, der ohne uns unvollständig, ja sogar unleserlich wäre. Die Fülle der Welt verschenkt sich an uns und wir selber werden mit einer kräftigen Bewegung, über deren Herkunft wir rätseln, ausgegossen mit der Milch des Seins. Alles, was uns begegnet, alles, was wir berühren, wächst in der Begeisterung hinaus ins Maßlose, in eine überwältigende Solidarität. Für einen Moment lang wird alles zum Lied. Sogar Leidvolles stimmt darin ein, wird sinnhaft und schön. Hoch über den einzelnen Ereignissen, über der Grammatik des Individuellen tanzt er nun, der Begeisterte, und er ahnt nichts von der Zerbrechlichkeit seines Zustandes.

»Haben Tiere Selbstbewusstsein?«, fragte Seema.


»Teils ja, teils nein.« Jannik fiel ins Grübeln. »Schimpansen erkennen sich doch im Spiegel, habe ich gehört. Und doch ist menschliches Selbstbewusstsein wohl mehr. Wir reden, wir schreiben, da gibt es … da gibt es starkes und schwaches Selbstbewusstsein, wie geht das zu?«


»Vielleicht weil wir uns Geschichten erzählen. Oder sie uns erzählt werden. Wir kommen aus Familien, auf die wir etwas halten oder auch nicht, das ist schon mal so eine Geschichte, auf jeden Fall spiegeln wir uns mit unseren Geschichten in den Geschichten anderer, heben uns davon ab, erleben Überlegenheit und Unterlegenheit …«


»… wir sind also erzählende Schimpansen, und was wir im Spiegel als uns selbst erkennen, das sind die Romane unserer Familien, unserer sozialen Klassen, unserer historischen Zeiten ...«

(Gute Unterhaltung)