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Pierre Montagnard

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Januar 2020

Liebe Mitglieder,

liebe Autorinnen und Autoren,

liebe Leserinnen und Leser

 

Dies ist unser Pionier-Newsletter von pierremontagnard.com

 

Die Pflege, einer der reichhaltigsten und schönsten Sprache der Welt, Deutsch, worin  Schülerinnen und Schüler sowie Studentinnen und Studenten weltweit ausgebildet werden, verdient höchste Anerkennung. Wir möchten unseren Beitrag dazu leisten. Deshalb der Aufruf an alle literarisch begabten Menschen: Macht mit bei pierremontagnard.com und postet eure Werke. Wir unterstützen euch mit einem kostenlosen Korrektorat sowie weiteren Serviceleistungen.

 

Wie wir uns das vorstellen, was wir alles anbieten und wie es funktioniert, erfahrt Ihr auf unserer Seite, www.pierremontagnard.com

 

Damit unser Newsletter abwechslungsreich und spannend wird, bieten wir unseren Mitgliedern an, sich mit eigenen Beiträgen daran zu beteiligen. Zum Beispiel mit einer kurzen Biografie und einer lustigen Begebenheit aus seinem Leben. Einem Reise- oder Erlebnisbericht. Ebenso eignen sich kleine Reportagen über das Land oder die Stadt oder die Schule des neuen Mitgliedes. Die Berichte sollten immer mit einem Foto des Mitgliedes begleitet sein. Wenn möglich mit einem ›lebendigen‹ Bild, (cheese!) nicht mit einem sterilen Passfoto.

 

Zum Auftakt offeriert euch heute Pierre Montagnard selbst ein kleines Erlebnis aus seinen reichhaltigen Tagebüchern, welche er während seiner 18 Jahren Bolivien-Abenteuer führte.

 

 

Polizisten angefahren (aus meinen Tagebüchern)

Von Pierre Montagnard

 

Januar 1995. Sonntag. Sonnenschein über Santa Cruz de la Sierra in Bolivien. Sommer. Stahlblauer Himmel. Es riecht herrlich nach Pflanzen. Meine eintausend Cupesísamen, haben alle ausgeschlagen. Die Minibäumchen (Prosopis chilensis) sind schon fast fünf Zentimeter hoch. Nebst meinen abenteuerlichen Reisebegleitungen in den bolivianischen Urwald, habe ich das schönste Hobby der Welt. Ich ziehe und pflanze Bäume.

Jemand poltert heftig ans Gartentor. ›Ich komme, ich fliege! ‹ rufe ich, damit das Gepolter aufhört. Ich öffne das Tor, spähe hinaus und sehe zwei Dinge gleichzeitig. Ein großer Chevrolet Brückenwagen und den kleinen Heinrich Leder. Weit außerhalb der Stadt betreibt er Milchwirtschaft auf seiner Farm.

"Pierre, ich brauche deine Hilfe, mir ist etwas Schlimmes passiert!" Sein Gesicht vermittelt, Weltuntergang!

"Ich habe einen Polizisten angefahren, ich habe ihn aber nur mit dem Außenspiegel touchiert, weil er sich mir beim Anhalte Manöver so dämlich in den Weg stellte. Aber auf dem Strafzettel steht, Polizisten angefahren, bitte komm mit mir aufs Transito, nicht dass die mich einsperren!"

"Heinrich, heute ist Sonntag, alles geschlossen, ich gehe da morgen hin und regle das, für den elektrischen Stuhl reicht es noch nicht, zeig mir mal den Strafzettel.", er gab ihn mir.

"Schau mal da Heinrich, der Polizist hat sogar vermerkt, dass er nicht verletzt wurde."

"Ehrlich?" 

"Ja ehrlich, wann lernst du endlich etwas Spanisch Heinrich, schau, da steht es!"

"Meine Kühe können kein Spanisch, mit wem soll ich denn Spanisch lernen, meine Frau spricht Berliner Schnulze!"

Mir bleibt nur das Lachen, "also Heinrich, geh entspannt in den Sonntag, ich mache das!"

"Ich danke dir von Herzen, hier, nimm noch etwas Geld mit", dabei überreichte er mir eintausend Bolivianos. (damals etwa 200 US$).

"Heinrich, soll ich damit das ganze Kommissariat kaufen?",

"nimm es bitte, wenn es ausreicht, bin ich zufrieden. Ich muss gehen, die ganze Familie ist mit mir, wir gehen zum Essen."

Er ging, beruhigter als er gekommen war.

Am Montagmorgen sprach ich beim Transito vor. Als ich in dieses große Büro eintrat, herrschte da bereits Hochbetrieb. Kein Wartestuhl mehr frei. An der Rückwand drei Pulte mit jeweils einem uniformierten Polizisten. Ihnen gegenüber, die Verkehrssünder. Und was da abging. Einmalig!

"Ich war das nicht!", behauptet der eine.

"Das war nicht mein Fahrzeug!", beteuert der andere.

"Ich war zu der Zeit krank im Bett!", jammert der dritte.

"Das war niemals meine Schuld!", verteidigt sich eine Frau.

Und so ging es weiter. Kein einziges Zugeständnis einer Verfehlung. Die drei Polizisten, deren Gesichter ich studierte, waren morgens um 09:35 Uhr schon so verbraucht, dass ich fast Mitleid kriegte. Ich lehnte rechts an der Wand, nur zwei Schritte von dem einen sitzenden Polizisten entfernt. 27 wartende Sünder und Sünderinnen  zählte ich. Das kann lange dauern, aber das war mir egal, denn mich faszinierte dieser einmalige Spektakel.

Doch dann wurde der gleich vor mir sitzende Sünder immer lauter, sogar ausfällig, bis es dem Polizisten zu laut und zu bunt wurde. Er zückte aus seiner Brusttasche eine Trillerpfeife und trillerte damit einmal laut. Im Handumdrehen waren zwei weitere Uniformierte da, nahmen den tobsüchtigen in ihre Mitte und führten ihn hinaus.

Der Polizist nahm seine Kappe vom Kopf, wischte sich den Schweiß von der Stirn, guckte mich an und fragte mit resignierter Stimme; "y usted, Señor?" Ich wäre noch lange nicht an der Reihe gewesen, aber ich packte die Gelegenheit beim Schopf, ging die zwei Schritte an sein Pult, streckte ihm meine Hand entgegen und sagte, "buenos días Señor."

Völlig verblüfft gab er mir die Hand, guckte mir ins Gesicht. Sein "buenos días" hörte sich so verzweifelt an, als hätte er eben beschlossen, noch heute seinen Beruf aufzugeben. So hatte ihn an diesem Montagmorgen bestimmt noch niemand begrüßt. Mit einer Geste forderte er mich auf, Platz zu nehmen.

"Que es su problema?"

"Ich muss eine Busse bezahlen für einen Freund!"

"Warum kommt er nicht selber her?"

"Er spricht noch kein Spanisch", damit übergab ich ihm den Strafzettel.

Er las. Seine Augen wurden immer größer, dann blickte er mich entgeistert an und sagte überlaut;

"atropellado un policía?" (einen Polizisten angefahren?).

Sofortige Totenstille trat ein im Raum. Alle Blicke auf uns gerichtet, im Speziellen auf mich. Der Gringo hat einen Polizisten angefahren, sagten die Gesichter. Und ich? Ich sagte mit fester Stimme; "si Señor!"

Fassungsloses Staunen. Der Gringo fährt einen einheimischen Polizisten an und er gibt es auch noch zu. Er muss total von Sinnen sein! Der Polizist guckte erneut den Strafzettel an, ich erkannte an seiner Mimik, dass er erst jetzt auch den Vermerk las, dass der angefahrene Polizist unverletzt blieb.

Er ergriff ein Buch, schlug es auf irgendeiner Seite auf, drehte es zu mir um und zeigte mir den Absatz, wie das Delikt für einen angefahrenen Polizisten geahndet wird.

Gefängnis! Im Falle, wenn der Polizist zu Schaden kam. 500 Pesos (Bolivianos) Busse, falls er unverletzt blieb.

"Gracias Señor", sagte ich, nach dem Durchlesen und schob ihm das Buch wieder zu. Einen Moment lang saß er unschlüssig da und dachte über irgendetwas nach. Doch dann verblüffte er alle, die da anwesend waren, mich eingeschlossen. Er machte sich den Umstand zunutze, dass noch immer alle zu uns blickten, auch die beiden andern seiner Berufskollegen, indem er laut zu mir sagte,

"weil Sie das Delikt anerkennen und der angefahrene Polizist nicht zu Schaden kam, setze ich die Busse auf die Hälfte herunter! Usted paga solamente doscientoscincuenta Pesos!"

Stecknadelstille! Ich sagte, "muchas gracias Señor, es usted muy gentil."

Ich zahlte und erhielt eine Quittung.

Er verabschiedete sich von mir fast freundschaftlich. Ich denke noch heute nach  Jahren an diese Begegnung zurück. Er hieß oder heißt noch immer, Claudio Souza, sein Name war an einem kleinen Schild über seiner Brusttasche angebracht. Er hat in meinem Buch, "Die Gringos" (welches irgendwann fertig sein wird) einen Ehrenplatz!

"Salomon" Heinrich Leder, kaufte mir danach als Dank 600 Cupesí Bäumchen ab!

 

 

20-jähriger Prosopis chilensis, (Cupesí) der Baum eignet sich besonders als Windschutz und Schattenspender auf Viehweiden. Seine Früchte dienen als zusätzliches Futter und haben außerdem medizinische Eigenschaften. Das Holz hat eine sehr schöne Zeichnung und lässt sich vielseitig einsetzen. Zum Beispiel für kleinere Möbelstücke. 

 

 

 

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Wir stehen euch auch bei 1001 Fragen jederzeit gerne zur Verfügung. Vergesst nicht, es gibt keine dummen Fragen, es gibt nur dumme Antworten.

 

Unser Ziel ist, etwas Seriöses aufzubauen. Wir möchten uns nicht verlieren in einem Massenangebot, wo schlussendlich nur Werbung und Verkauf von unsinnigen Produkten obenauf schwingen, davon gibt es weltweit schon mehr als genug.

 

So setzt sich unser Team auch ausschließlich aus freiwilligen Arbeiterinnen und Arbeitern zusammen, welche alle im  literarischen Bereich tätig sind und Freude daran haben, interessierte Menschen auf diesem Gebiet zu unterstützen.

 

Als Auftakt kontaktieren wir weltweit verschiedene Schulen per E-Mail, welche nebst ihren Landessprachen auch Deutsch unterrichten, um ihnen unsere Idee und Absicht vorzustellen. Wir hoffen inständig, dass wir dabei auf Interesse stoßen und eine positive Resonanz dahingehend erhalten, dass die Schulen bereit sind, ihre Schülerinnen und Schüler sowie Studentinnen und Studenten der Deutschen Sprache, mit literarischem Flair, auf unser Angebot bzw. auf unsere Internetseite www.pierremontagnard.com aufmerksam zu machen.

 

Wir freuen uns jetzt schon darauf, bald die ersten Mitglieder begrüßen zu dürfen und die ersten interessanten, literarischen Werke auf unserer Seite vorzustellen. Hiermit bieten wir unseren angehenden Mitgliedern an, sich mit einer Kurzbiografie, begleitet mit einem humorvollen Erlebnisbericht und einem Foto (siehe unsere Mitglieder) vorzustellen.

 

Wir wünschen euch allen, gelungene Taten und glückliche Tage.

 

Ein herzliches Tschüss, bis im Februar 2020

 

 

Team Pierre Montagnard